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Abwasserfreie Galvaniken
Abwasserfreie Galvaniken,
vorgestellt an drei Beispielen aus der Praxis
Beispiel aus einem Maschinenbau-Betrieb
Beispiel aus einem elektrotechnischen Betrieb
Beispiel aus einer Silberwarenfabrik
Schlussbemerkung
Betriebsstätten mit relativ geringem Anfall
metallhaltiger Abwässer können das
extern zu regenerierende
Decker-Ionenaustauschersystem zur Kreislaufführung sämtlicher Spülwässer
einsetzen.
Dadurch wird eine Abwasserableitung bzw. Abwasserbehandlung vermieden,
der Bedienungsaufwand minimal gehalten und Frischwasser eingespart.
Die Ionenaustauscherpatronen sind mit 30 L Harz gefüllt und haben ein
Transportgewicht von ca. 30-40 kg. Anhand von Beispielen sollen im
weiteren drei Betriebe vorgestellt werden, die seit mehreren Jahren auf
diese Weise eine abwasserfreie Galvanik betreiben.
1. Beispiel aus einem Maschinenbau-Betrieb
(Fa. Kocher Plastic, Sulzbach)
1.1 Betriebsdaten
Beschäftigte: ca. 220 Mitarbeiter
Herstellungsprogramm: Abfüllmaschinen
Verwendete Werkstoffe: V2A, V4A
Oberflächebehandlung:
- chem. Nickel
- Elektropolieren
Anzahl der Teile: 4000 Teile, 15 000 dm² pro Jahr
1.2 Spülwasserbedarf
1.2.1 Kontinuierlich anfallende
Spülwässer
nach dem
- Entfetten
- Elektrolyt. Entrosten
- Dekapieren
- Vernickeln
- Elektropolieren
Insgesamt ca. 2,5 m³/h bzw. ca. 6-8 m³/tägl.
1.2.2 Diskontinuierlich anfallende
Halbkonzentrate aus Standspülen wie Punkt 1.2.1
Insgesamt ca. 5 m³ jährlich
1.3 Verfahrensbeschreibung
Spülwässer aus der Galvanik gelangen in
gemeinsamer Rohrleitung in das frühere Neutralisationsbecken. Das
Neutralisationsbecken unterliegt keiner Regelung, sondern dient
lediglich als Pufferbecken und läuft im freien Gefälle dem
Vorlagebehälter des Ionenaustauschers zu.
Bei Stromausfall, Filterbelegung und erhöhtem
Zulauf schließt ein Magnetventil den Zulauf zur Ionenaustauscheranlage.
Eine Überlaufmöglichkeit besteht in diesem Falle dann noch zum früheren
Sedimentationsbecken.
In der Ionenaustauscheranlage werden die
zulaufenden Spülwässer niveaugesteuert durch eine
Decker-Ionenaustauscheranlage gepumpt und anschließend in das
Sedimentationsbecken geleitet. Aus diesem wird das gereinigte Wasser
wieder über Hochdruckpumpen in die Galvanik geleitet.
Bei Ausfall der Ionenaustauscheranlage kann mit
gereinigtem Spülwasser aus dem Sedimentationsbecken noch zwei Tage
gearbeitet werden. In diesem Zeitraum können regenerierte
Ionenaustauscherpatronen nachgeliefert werden.
1.4 Entsorgung
Dem Betrieb werden regelmäßig alle vier Wochen
fünf regenerierte
Ionenaustauscherpatronen geliefert, wobei die
beladenen Ionenaustauscherpatronen gleichzeitig abgeholt werden. Dadurch
entstehen jährlich ca. € 5000,- Regenerationskosten.
Beurteilung des Systems durch den
Betriebsleiter, Herrn Gutzmer
"Aufgrund des stark variierenden Teilespektrums
stellte die Galvanik bei uns lange Zeit ein großes Problem dar. Die
Tatsache, dass wir Sondermaschinenbau betreiben, der auch noch kurz vor
Auslieferung auf Kundenwünsche eingeht, schließt aber aus Termingründen
eine Vergabe der galvanischen Arbeiten an Zulieferer aus. Insgesamt
gesehen beträgt die Betriebszeit der Galvanik bei uns nicht mehr als 75
Tage im Jahr. Dabei schließt die Beschäftigung eine Galvanik-Fachschaft
aus. Wir sind gezwungen, die Galvanik mit einer Hilfskraft zu betreiben,
die in Prozessablauf und Badanalyse unterwiesen ist.
Das größte Problem war lange Zeit das Abwasser. Es wurde früher durch
Neutralisieren entsorgt und verursachte uns eine Menge Ungelegenheiten.
Mit der Einführung des Decker-Systems ist das Problem jetzt beseitigt,
es tritt kein Abwasser mehr auf. Der Abwasserschacht ist dicht gemacht
und vom Wasserwirtschaftsamt plombiert. Aufwendige Überwachung und
Analysen, die wir von einer Fachkraft durchführen lassen mussten
entfallen. Es ist ein beruhigendes Gefühl, kein Abwasser mehr
einzuleiten.
Alle diese Kriterien einschließlich einer Einsparung von ca. 6-8 m³
Frischwasser pro Tag bekräftigen die Richtigkeit unserer Entscheidung
für das Kreislaufsystem."
2. Beispiel aus einem elektrotechnischen
Betrieb
(Fa. Kissling, Wildberg)
2.1 Betriebsdaten
Herstellungsprogramm: Elektrotechnik, Elektronik
Anzahl der Teile: Losgrößen von 10 bis 10000 Stück, Trommelware und
Gestellware
2.2 Spülwasserbedarf
2.2.1 Kontinuierlich anfallende
Spülwässer nach dem
- Entfetten
- Verzinken
- Vernickeln
- Chromatieren
- Brünieren
- Beizen
2.2.2 Diskontinuierlich anfallende
Halbkonzentrate aus Standspülen wie Punkt 2.2.1
Insgesamt ca. 1,1 m³/jährlich
2.3 Verfahrensbeschreibung
Die Spülwässer gelangen in einer gemeinsamen
Rohrleitung zur Rohwasservorlage. Über eine Tauchkreiselpumpe und
Ionenaustauscheranlage wird das gereinigte Kreislaufwasser den
Spülbecken wieder zugeführt.
Aufbau der
Ionentauscher - Kreislaufanlage:
- Vorfiltration
- Kationenaustauscher
- Kationenaustauscher
- Anionenaustauscher
- Anionenaustauscher
- Anionenaustauscher
- Anionenaustauscher
2.4 Entsorgung
Verbrauchte Konzentrate und Halbkonzentrate
werden entsorgt. Da der Durchsatz in der Galvanik gering ist, lässt sich
noch keine quantitative Aussage machen. Etwa alle 2 Monate werden 2
beladene Ionenaustauscherpatronen zur Regeneration abgeholt. Dadurch
entstehen Kosten in Höhe von ca. € 4.000,- im Jahr
Beurteilung des Systems durch die Firma
Kissling
Trotz der relativ hohen Behandlungskosten der
Spülwässer betrachten wir diese abwasserfreie Galvanik als
wirtschaftlich, da eine hohe flexible Materialversorgung oberste
Priorität hat. Bezüglich der technischen Kriterien konnte bis jetzt
nichts nachteiliges festgestellt werden. Wir sehen im Prinzip in der
Ionenaustauscheranlage die für unsere Anforderungen günstigste Lösung.
3. Beispiel aus einer Silberwarenfabrik
(Fa. Koch & Bergfeld, Bremen)
3.1 Betriebsdaten
Beschäftigte: ca. 150 Mitarbeiter
Herstellungsprogramm: Tafelwerke und Bestecke: Alpacca/Silber
Oberflächenbehandlung: Silber, Gold ca. 30 m³ täglich
Anzahl der Teile: 30 Gestelle täglich mit Besteckteilen, Korpuswaren
3.2 Spülwasserbedarf
3.2.1 Kontinuierlich anfallende
Spülwässer nach dem
- Entfetten
- Dekapieren
- Versilbern Insgesamt ca. 1,0 - 1,5 m³/h
oder ca. 8 m³ täglich
Insgesamt ca. 4 m³ jährlich
3.2.3 Externe Entsorgung
- ½ m³ Dekapierung 10% H2SO4 in 60 Liter
Poly-Ballons wie oben.
- ½ m³ Vorsilberbad werden für
Galvanovorrichtung als Entsilberung angesetzt und nach
- Gebrauch in 60 Liter Poly-Ballons zum
Silberausfällen an die Degussa versandt.
3.2.4 Entsorgung
Aus der
Kreislaufführung fallen monatlich ca.
drei beladene Ionenaustauscherpatronen an. Es entstehen durch die
externe Regeneration jährlich Kosten von ca. € 5.000,-.
3.3 Verfahrensbeschreibung
Den Vorbehandlungsbädern (Entfetten, Dekapieren)
sind jeweils 2 Standspülen nachgeschaltet. Aus den Edelmetallbädern
entsteht nahezu keine Spülwasserbelastung. Durch Abtropfen über dem
Silberbad und Spülen im Sparspülbad lassen sich Verdunstungsverluste
einfach ausgleichen. Durch diese Spültechnik gelangen nur 10% der
ursprünglichen Badausschleppung in den kleinen Kreislauf.
Aufbau der
Ionenaustauscher-Kreislaufanlage:
- Tensidaustauscher
- Kationenaustauscher
- Kationenaustauscher
- Anionenaustauscher
- Anionenaustauscher
- Anionenaustauscher (stark basisch)
Die Entwässerung des Raumes gelangt in einen
separaten Behälter im Keller. Dieses Reinigungswasser wird über einen
Filter und eine kleine Kationen-, Anionenaustauschereinheit aufbereitet
und zu Reinigungszwecken wiederverwendet.
Beurteilung des Systems durch den Leiter der
Galvanik, Herrn Becker:
"Die neue Spülreihe mit Kreislaufführung über
Ionenaustauscher bietet uns die Möglichkeit, die Galvanik ohne
Abfallprobleme wirtschaftlich zu betreiben. Der Regenerations-Service
für beladene Patronen klappt reibungslos. Wir sind bestrebt,
entsprechend einer hausinternen Anordnung den Betrieb abwasserfrei zu
fahren. Die neue Spülreihe ist ein Schritt in diese Richtung."
4. Schlussbemerkung
Auf Grund der aufgeführten Beispiele lässt sich
zusammenfassen, dass mit Hilfe von
Ionenaustauscher-Kreislaufanlagen,
deren Regeneration extern erfolgt, verschiedene Betriebsstätten
abwasserfrei gestellt werden können.
Die aktuelle und zukünftige Gesetzgebung gibt
für viele Unternehmen Anlass, ihre Abwasseraufbereitungsmaßnahmen
ständig zu überprüfen. Sollte auf Grund der Abwassermenge und der
Abwasserzusammensetzung eine wirtschaftlich vertretbare Lösung zur
Kreislaufführung aller Spülwässer gefunden werden, so ist dies die
umweltfreundlichste Abwasserbehandlung.
Gebrüder Decker Verfahrenstechnik GmbH
Am Röthenbühl 7, 92348 Berg/Opf., Web:
http://www.decker-vt.de
E-Mail: decker-vt(at)t-online.de
Telefon: 09189/4410-0 Telefax: 09189/4410-20
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